3. Januar 2018

Saulheim: Ortsgemeinde unterstützt FSV bei Kunstrasen-Projekt

Von Steffen NagelSAULHEIM – Donnernder Applaus von den Zuschauerplätzen – für viele Mitglieder des Saulheimer Gemeinderats dürfte er Balsam für die Seele gewesen sein. Nachdem das Gremium einstimmig entschieden hatte, einen Zuschussantrag für einen Kunstrasenplatz (die AZ berichtete mehrfach) zu stellen, machten die zahlreich erschienenen Mitglieder des FSV Saulheim aus ihrer Freude keinen Hehl mehr. Denn nun haben sie die Sicherheit: Die Ortsgemeinde wird das Großprojekt unterstützen, auch finanziell.

Projekt kommt deutlich früher als geplant Realität

Leo Leickert war einer der Zuschauer, die gespannt auf den Ratsbeschluss gewartet hatten. Beim FSV ist er schon seit Langem der Beauftragte für den Kunstrasen, der den maroden und nicht mehr zeitgemäßen Tennenbelag auf der Sportanlage „Mühlbachaue“ ersetzen soll. „Die Entscheidung hat uns sehr froh gemacht, wir sind sehr dankbar“, sagt er heute.

Dabei hat ihn sein Projekt fast schneller eingeholt, als ihm lieb war. Ursprünglich für 2020 geplant, „mit leiser Hoffnung auf 2019“, rutschte die Maßnahme vergangenes Jahr im Sportstättenförderprogramm des Landkreises urplötzlich auf Platz eins. Das bedeutete: Umsetzung sogar schon 2018. „Da haben wir im Verein erst mal kurz gestockt“, sagt Leickert, „wir hatten das Geld ja gar nicht“.

Dabei hat der FSV sein erklärtes Ziel, bis Ende 2017 100 000 Euro selbst zu akquirieren, bereits erreicht. 60 000 Euro kamen über eine Crowdfunding-Aktion, einen Verkaufsstand beim VG-Weinfest sowie Spenden und Sponsorengelder zusammen. Über eine Sonderspende kamen weitere 10 000 Euro für Steine und Umrandung des neuen Platzes hinzu, 30 000 Euro werden über Eigenleistung finanziert.

Der gedeckelte Zuschuss vonseiten des Landes für den Kunstrasen beträgt 100 000 Euro, zudem gibt es Gelder – voraussichtlich im Umfang von knapp 50 000 Euro – für die weitere Ausstattung der Sportanlage. Für die Ortsgemeinde verbleibt damit ein geschätzter Eigenanteil von rund 340 000 Euro, der durch Kreditaufnahme finanziert werden soll. Trotz der schlechten Haushaltssituation gab die Kommunalaufsicht grünes Licht für das Projekt. „Die Kosten sind sehr hoch angesetzt, nach meinen Erfahrungen könnte ich mir vorstellen, dass die endgültige Summe für die Ortsgemeinde nicht so hoch wird“, glaubt Leo Leickert.

Wie wichtig eine Modernisierung des Platzes ist, verdeutlicht er anhand von Zahlen: In der kommenden Saison geht der FSV Saulheim mit 16 Mannschaften an den Start, davon allein elf im Nachwuchsbereich. Und die müssen, ist der Kunstrasenbeauftragte überzeugt, auf vernünftigem Untergrund kicken. Den konnte der alte Hartplatz nicht mehr liefern: Laut Leickert ergaben Untersuchungen, dass die Spielschicht nur noch zwei Zentimeter dick war, sechs Zentimeter sind vorgegeben. Auch die Elastizität des Bodens sei kaum noch vorhanden gewesen. „Eine Sanierung hätte die Ortsgemeinde auch mindestens um die 100 000 Euro gekostet“, ist er überzeugt. Hinzu kämen die hohen Kosten für die Wässerung insbesondere in den Sommermonaten.

Das wird sich nun ändern. Läuft alles nach Plan und wird der Zuschussantrag von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Koblenz schnell positiv beschieden, hofft Leo Leickert mit einem Baubeginn im Juni.

 

Quelle: Allgemeine Zeitung

 

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